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Unheilig und TDT auf Zeitreise

Veröffentlicht am 21.05.2018

Von einer großartigen Sängerin, einem hyperaktiven Special Guest und dem Auftritt des Duracell - Hasen… oder Unheilig und The Dark Tenor auf Zeitreise

Von einer großartigen Sängerin, einem hyperaktiven Special Guest und dem Auftritt des Duracell - Hasen… oder Unheilig und The Dark Tenor auf Zeitreise

 

Von einer großartigen Sängerin, einem hyperaktiven Special Guest und dem Auftritt des Duracell - Hasen… oder Unheilig und The Dark Tenor auf Zeitreise.
Es  ist  Samstag,  der  19.05.2018.  Heute  endet  der  zweite  Block  der  Unheilig  & The  Dark Tenor  auf Zeitreise-Tour  im  Bochumer  Ruhrkongress.  Ein  Abend,  den  ich  mir  heute  als  Fan  gönne,  nicht  als Reporterin wie es sonst so oft der Fall ist. Natürlich habe ich mir im Vorfeld eines der begehrten VIP - Tickets besorgt. VIP klingt nach mehr, als es eigentlich ist. Aber dennoch, mir ist es das Geld wert.
Im Ticket inbegriffen sind ein kurzes Meet & Greet mit den Künstlern und der Zugang zum Soundcheck.
Dazwischen eine längere Wartezeit bis Konzertbeginn. Die Wartezeit kann man sich gut vertreiben, mal am Merch lunkern, was es aktuell alles zu erstehen gibt, den Supportbands Sotiria und Körner beim Soundcheck zuhören, mit alten und neuen Bekannten quatschen.  
Kurz vor 18.30 Uhr beginnt der offizielle Einlass, die Fans strömen in den Ruhrkongress, schnell füllt  sich die recht große Halle. Das Konzert findet im großen Saal statt, die Stimmung der Anwesenden scheint gemischt. Vorne stehen die Groupies, die es kaum erwarten können, viele nicht zum ersten Mal in dieser Konzertreihe. Danach mischen sich die Gemüter: manche sind nervös, weil sie das erste Mal dabei sind, andere wirken erwartungsvoll, wieder andere erwecken den Eindruck eher kritischer Haltung. Vom  Style  her  ist  das  Publikum  wieder  sehr  gemischt.  Gothics,  Fans  in  Bandshirts, farbenfrohere  Kleidungsstile,  junge  Leute,  ältere  Semester,  Jugendliche…  vollkommen  gemischt, keiner  festen  Gruppe  zuzuordnen.  Leider  etwas  abseits  ist  das  immerhin  vorhandene  Podest  für Rollstuhlfahrer. Dort gibt es auch einzelne Stühle. Bleibt die Hoffnung, dass die dorthin abgeschobenen gute  Augen  haben.  In  einen  Augen  macht  es  einfach  mehr  Sinn,  für  Menschen,  die  eh  schon  ein Handicap haben, „ihren“ Bereich so anzusiedeln, dass sie gut sehen und den Abend genießen können
– vorne, meinetwegen von der Seite, aber mit guter Sicht.

 
Um kurz vor halb acht geht es los. Die Licht wird dunkel, Musiker betreten die Bühne, eine junge Frau. Sotiria.        Die Sängerin kam irgendwann während des ersten Tourblocks als Support für einige Konzerte mit in die Zeitreise-Gruppe, da ich sie nicht kenne bin ich sehr neugierig. Beim recherchieren kommt raus, dass Ria – so ihr Name – Frontfrau bei der Band Eisblume aus Berlin ist – die ich aber auch noch nicht gehört habe. Was ich weiß: es handelt sich um deutsche Musik. Sie präsentiert Songs aus ihrem im Herbst erscheinenden Album Hallo Leben. Mal rockig, mal gefühlvoll, großartige Stimme. Von den sechs Songs gefallen mir Hallo Leben (Titelsong des Albums), Feuer und der sehr emotionale Song Kompass besonders gut. Mit ihr als Keyboarder auf der Bühne ist Hennig Verlage, Mitglied der Unheilig - Band. Das Publikum kann sie überzeugen, am Beifall wird nicht gespart.Ich freue mich auf das Album, hier kann man mit Sicherheit noch einiges erwarten.


Nach einem kurzen Umbau wird es lauter bei den Fans der vorderen Reihen: Special Guest Körner betritt mit seiner Band als zweiter Support die Bühne. Der junge Sänger mit der guten Stimme erweckt auch dieses Mal den Eindruck, dass er eine Art Bühnen-Hyperaktivität auslebt. Seine Texte, die dem poetischen Pop entspringen, haben eine persönliche Note. Die Musik ist handgemacht, worauf er auch wert legt. Sein Motto: genieße das Leben, die Zeit, die du hast. Eröffnet wir sein rund 25 minütiger Auftritt mit dem Song Ich Bin Da – definitiv weder zu überhören noch zu übersehen. Musikalisch ist er mit seiner Performance eher der Außenseiter, einfach eine ganz andere Richtung. Jedoch überträgt er den Spaß, den er beim Singen und Tanzen hat auch auf die Anwesenden.Seine Songs Marie P., Liebe Ist Niemals Out, Du Bist Da und Gänsehaut reißen alle im Saal mit – zumindest soweit man es beim Umgucken erkennen kann. Hier gefiel mir besonders der Song, der einen nachdenklich werden lässt, auf unsere heutige Zeit blickt. Es geht um Kriege und Frieden, leider habe ich den Titel des Songs nicht mitbekommen, aber der lässt sich sicherlich noch nachträglich rausfinden.

 

Gegen 20.45 Uhr ist es soweit. Die Headliner stürmen die düstere Bühne. The Dark Tenor stürmt die Bühne, die Spots gehen an, WIR SIND ALLE WIE EINS ist der erste Song. Stimmlich ist der dunkle Tenor noch besser aufgelegt als zuvor im April in Köln, auch die Emotionen kommen deutlich besser rüber. Das Zusammenspiel der beiden Bands läuft trotz der kurzen Probenphase perfekt, man merkt allen Musikern ihre Freude am Projekt an. Mal gefühlvoll, mal rockig geht es durch den Abend. Bei I Miss You, einem TDT - Song vom kommenden Album, werfen die Fans rote Herzchen-Luftballons in die Höhe. Der  Song,  dessen  Text  halb  englisch  und  halb  deutsch  ist,  basiert  auf  dem  96er  Robert  Miles - Hit „Children“. Gänsehaut pur, wie man es von The Dark Tenor gewohnt ist. Das gleiche gilt für Afterglow und Wicked Game in den Akustikversionen. Auffällig: heute erzählt der Tenor weniger als sonst üblich, es wird mehr gesungen. Nur vor dem Akustikteil lässt er mehr Worte von sich hören.                     Für den ein oder anderen Grinser sorgen die teils etwas bissigen Einlagen von ihm und Eric zu bösartigen    Facebook - Kommentaren und virtuellen Vorurteilen und Gerüchten. Ach und ja, die Unheilig-Band verlässt doch glatt zum Akustik-Teil schon wieder die Bühne. Das hatten die Henning, Potti und Licky in Köln auch gemacht – und offensichtlich auch auf den anderen Konzerten. Ob es fluchtverhalten war? Durst? Hunger? Es war wohl doch eher die Absprache der Musiker, dies während der Show so zu handhaben. Bei River Flows On The Edge funkelt und leuchtet natürlich alles, was funkeln und leuchten kann bevor es an die englischen Versionen von Große Freiheit und Unter Deiner Flagge geht. Wie auch schon in Köln wird das letzte Drittel der Show zur konditionalen Herausforderung. Das spezielle Bauch - Beine - Po - Programm mit den Künstlern startet. Erweitert wird das Ganze durch reichlich Armbewegungen, bei den Fans wie auch den Musikern kein Halten mehr. Die Herren auf der Bühne feiern sich, während ihr Sänger von links nach rechts fegt und auf und ab hüpft als gäbe es kein Morgen. Unweigerlich kommt einem das Bild des einstigen Duracell - Hasen in den Kopf. Ruhiger wird es erst wieder bei Zeit zu  Gehen. Kommt auch  ganz  gut,  da  ich selber  nachschauen  muss,  wo  ich  ungefähr  meine  Lunge verloren habe. Nachdem wie gewohnt kurz die Bühne nach dem letzten Song verlassen wird folgen die beiden Zugaben Ode An Die Freude – unter Einbezug des Publikums versteht sich – und Geboren Um Zu Leben. Damit geht ein schönes Konzert zu Ende, eins das Spaß machte mitzuerleben.

 

Jetzt freue ich mich auf die wieder getrennten Wege der Bands - ich bevorzuge einfach gewohntes. Aber in zwei oder drei Jahren wäre ich zugegeben inzwischen für eine Wiederholung von Unheilig und TDT zu haben.  Den Bands kann ich nun nur noch viel Spaß und ganz viel Erfolg bei den restlichen Konzerten der Tour wünschen und allen, die noch nicht dabei waren raten: geht hin, hört es euch an und entscheidet dann für euch.


 
Text und Bilder: Jenny Hoecker für NAR - Sankt Augustin

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